Phänomen Handauflegen
Auch wenn es bei uns heutzutage fast in Vergessenheit geraten ist, wird es immer noch praktiziert, von vielen vielleicht instinktiv und nur unbewusst: das spirituelle Handauflegen. Was macht etwa eine Mutter, wenn ihr Kind stürzt und sich abei anstößt? Sie nimmt es in den Arm und reibt die schmerzende Stelle. Eine völlig natürlich Handlung, in ihrer Einfachheit schon eine Grundform des Heilens. Der Engländer Douglas Ballard hat sich ganz der Geistheilung verschrieben. Bei einem Vortrag in Klagenfurt konnte man mehr über seine Geschichte und die des Handauflegens erfahren. Text: Mag. Christine Jeremias
Der Saal im Gemeindezentrum
Waidmannsdorf war mehr als voll an diesem Abend, als der Verein „Caminame - Mensch und Spiritualität“ zum Vortrag von Douglas Ballard über das Geistheilen lud. Zahlreiche Neugierige und Interessierte hatten sich eingefunden, um etwas über die heilenden Hände zu erfahren. Die Vorstellungen, wie jemand, der sein Leben ganz dem Geistheilen gewidmet hat, wohl aussehen würde, gingen wahrscheinlich weit auseinander. Wer sich vielleicht einen Mann vorgestellt hat, der wie ein Zauberer mit langen weißen Haaren und Umhang erscheinen würde, wurde auf jeden Fall enttäuscht. Douglas Ballard betritt den Raum ganz unspektakulär wie alle anderen durch die Türe, gekleidet mit einem dunklen Anzug, in der Hand einen Plastiksack von Harrod´s.
Warnung vor dem britischen Humor
Umso ungewöhnlicher sind dafür die Dinge, die er dem Publikum näher bringt. Am Beginn seines Vortrags steht jedoch eine Warnung vor dem berühmt-berüchtigten britischen Humor, mit dem schon so mancher Österreicher seine Probleme hatte. Geistheilung ist also keine todernste Angelegenheit. Und das ist auch die Geschichte, die Douglas über seinen Werdegang als Heiler erzählt, keineswegs. Gestartet hat er seine berufliche Laufbahn auf einem völlig anderen Sektor, nämlich der Beleuchtungsindustrie, wo er an vielen Projekten in ganz England mitgearbeitet hat. Als ehrgeiziger junger Mann wurde er mit Anfang 30 der jüngste Präsident der Beleuchtungsindustrie.
Vom Geschäftsmann zum Heiler
Seine steile Karriere fand jedoch ein plötzliches Ende, als Douglas mit 45 Jahren entlassen wurde. Wie so oft im Leben kamen noch weitere Schwierigkeiten hinzu: Douglas hatte mit schweren Rückenproblemen zu kämpfen - weder Schul- noch Alternativmedizin konnten ihm helfen. Ein Freund empfahl ihm schließlich einen Heiler aufzusuchen, was er nach anfänglicher Skepsis auch tat und so erstmals in Kontakt mit dieser Behandlungsform kam. Die regelmäßigen Behandlungen schlugen – entgegen aller Bedenken - auch tatsächlich an. Zu diesem Zeitpunkt dachte Douglas jedoch noch keineswegs daran, dass er auch diese Gabe besitzen könnte. Ein Medium, das er wenig später aufsuchte, um etwas über seine weitere berufliche Laufbahn zu erfahren, prophezeite ihm, dass er in den USA seine „Karriere“ als Heiler starten würde. Dies erschien dem Engländer natürlich alles andere als wahrscheinlich. Umso überraschter war er von sich selbst, als er einige Monate spatter während eines Schiurlaubs in Aspen, USA, einer Frau, die sich bei einem Sturz verletzt hatte, spontan erklärte, dass er ihr helfen könne. Ohne genau zu wissen, was er tat, legte er der Frau seine Hände auf den schmerzenden Nacken, worauf alle Beschwerden verschwanden.
Heilen durch Energie
Diese Begegnung war der Anfang. Mittlerweile hat Douglas schon hunderten Menschen mit allen möglichen Leiden geholfen. Wie diese Heilung nur durch das Auflegen der Hände vor sich gehen soll, war eine Frage, die sich wohl jeder während des Vortrages stellte. Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach und versetzt dennoch in Staunen. Der Heiler ist im Grunde nichts anderes als ein Vermittler: Er ist im Stande, eine Verbindung zur „kosmischen Energie“ herzustellen, und gibt diese an den Patienten weiter, durch dessen Körper sie fließt und an den richtigen Stellen wirkt. Auf diese Weise können Rückenschmerzen ebenso behandelt warden wie Gelenksprobleme, Migräne oder Schlaflosigkeit. Und im Grunde besitzt jeder die Fähigkeit, seine Hände zum Heilen einzusetzen, wir müssen diese Gabe nur aktivieren und lernen damit umzugehen. In England, wo Heiler vor dem Gesetz anerkannt sind und auch mit Schulmedizinern kooperieren, gibt es die Vereinigung der „Kent Healers“ - denen auch Douglas angehört - bei der man eine Ausbildung zum Heiler machen kann. Es geht dabei darum, gewisse Grundkenntnisse und auch Verhaltensregeln zu erwerben. Auch anatomisches Wissen wird vermittelt, denn wie Douglas augenzwinkernd anmerkt, ist es beim Heilen hilfreich „zu wissen, wo Arme und Beine sind“.
Heiler in Klagenfurt
Doch nicht nur in England wird auf diesem Gebiet gearbeitet. Auch in Klagenfurt gibt es Möglichkeiten, mehr über das Geistheilen zu erfahren. Der Verein „Caminame - Mensch und Spiritualität“, der von Melanie Gaggl und ihrer Mutter Renate geführt wird, steht in engem Kontakt mit Douglas Ballard und den Kent Healers. „Caminame“ möchte seinen Mitgliedern zu körperlichem, seelischem, geistigem und energetischem Gleichgewicht verhelfen und sie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte und einer spirituellen Bewusstseinsbildung führen. Viele Menschen interessieren sich für diese Thematik, haben auch Wissen und Erfahrung auf diesem Gebiet, getrauen sich aber nicht, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, da man immer noch als leicht „verrückt“ abgestempelt wird. „Caminame“ möchte hier ansetzen und eine Plattform für alle sein, die auf diesem Sektor arbeiten. Vielleicht wird dadurch auch in Österreich das Geistheilen als Ergänzung - nicht als Ersatz - zur Schulmedizin anerkannt und nicht mehr als Unfug abgetan. Wer mehr über den Verein wissen möchte, kann sich auf www.caminame.com oder unter 0650/9696669 informieren. Douglas Ballard hat mit seinem Vortrag jedenfalls sehr eindrucksvoll gezeigt, dass Geistheilen alles andere als „Spinnerei“ ist, und viele auch von der Wirksamkeit dieser Methode
überzeugt. Und seien wir uns ehrlich: Auch wenn uns nichts Gravierendes fehlt, ein bisschen positive Energie kann wohl keinem von uns schaden.
